Das Cannabis-Gehirn und die Auswirkungen

Cannabis verändert das Bewusstsein und die Wahrnehmung, da THC und CBD das Gehirn beeinflussen. Dies geschieht durch die Interaktion der Wirkstoffe mit Rezeptoren, die im ganzen Körper verteilt sind. Ganzheitlich spricht man von dem Endocannabinoid-System, welches durch körpereigene und pflanzliche Cannabinoide angeregt wird. Bisher sind die Cannabinoid Rezeptoren Typ 1 (CB1) und die Cannabinoid Rezeptoren Typ 2 (CB2) bekannt für Interaktionen mit Cannabinoiden. Im Gehirn des Menschen sind aber überwiegend Cannabinoid Rezeptoren des Typ 1 (CB1) vorhanden.

Nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip passt das THC aus der Pflanze an diesen CB1 Rezeptor. Deshalb ist THC für den psychotropen Effekt von Cannabis im Gehirn verantwortlich. Aber auch der Wirkstoff CBD spricht Rezeptoren im Gehirn an und wirkt hemmend auf Entzündungen und lindert zudem Schmerzen.

Auswirkungen von Cannabis auf das Gehirn


Das Cannabis Gehirn und seine Gehirnregionen

Cannabis und das Gehirn – Die Gehirnregionen für Appetit und Herzschlag

 

 

 

In der Gehirnregion des Hypothalamus führt der Konsum von Cannabis zur Ausschüttung des Hormons Ghrelin, das einen appetitanregenden Effekt besitzt. Deshalb wird Cannabis auch für die Anregung des Hungerempfindens bei Krebs und AIDS Patienten verwendet.
Cannabis regt ebenfalls den Bereich des Gehirns an, der die Funktion des Herzens beeinflusst. Als Folge dieser Aktivierung, erhöht sich die Herzrate.
Des Weiteren wird die Geschwindigkeit des Blutflusses durch Cannabis im Gehirn vorerst reduziert. Nach etwa einer halben Stunde erhöht sich die Durchblutung des Gehirns wieder.

 

 

 

Schwindel durch Cannabis im Gehirn

Besonders bei Unerfahrenen kann Cannabis im Gehirn ein Schwindelgefühl hervorrufen. Dies passiert dann, wenn man sich aus dem Sitzen aufrichtet. Dafür verantwortlich ist die sogenannte Regulationsstörung des Blutflusses im Gehirn. Die Veränderung des Kreislaufs beim Aufstehen, führt schließlich zur Störung des Gleichgewichtssinns.
Der Körper gewöhnt sich bei häufigerem Konsum von Cannabis an die Auswirkungen und bildet eine Toleranz aus. Schließlich tritt das Schwindelgefühl nicht mehr auf.

Beeinträchtigung der Gehirnleistung durch Cannabis

Durch die Beeinflussung verschiedener Gehirnregionen wird die Leistung des Gehirns verschlechtert. Das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und der motorische Apparat werden nach dem Rauchen leicht geschwächt. Dieser Effekt hält meist bis zu mehreren Stunden nach dem Konsum an, obwohl er möglicherweise auch an den folgenden Tagen spürbar ist.

Von dem direkten Einfluss von Cannabis auf das Gehirn, sind vor allem das Arbeits- und Kurzzeitgedächtnis betroffen. Dadurch können Nutzer kurzfristig Dinge vergessen, die erst vor wenigen Minuten oder sogar Sekunden stattfanden. Das verschlechterte Gedächtnis wirkt sich zudem negativ auf die Leistung beim Arbeiten aus. Man ist weniger produktiv und lässt sich leicht vom Thema ablenken.

Nachdem die psychotrope Wirkung von Cannabis auf das Gehirn nachgelassen hat, kann die Gehirnleistung immer noch beeinträchtigt sein. Der Grad der Beeinträchtigung hängt von der Menge und dem Konsummuster ab. In extremen Fällen können Nebenwirkungen auch noch an den nachfolgenden Tagen auftreten.

Schadet Cannabis dem Gehirn?

Wirkliche Beweise für langfristige und irreversible Schäden von Cannabis auf das ausgewachsene Gehirn gibt es noch nicht. Bei Jugendlichen, die Cannabis konsumieren, zeigt sich hingegen eine langfristige Veränderung der Gehirnstruktur.

Reversible Veränderungen bei Erwachsenen

Die Abweichung des Arbeitsgedächtnisses beim Cannabis Gehirn

Das frühe Cannabis-Gehirn zeigt strukturelle Differenzen im Parietallappen.

In einer Studie wurde Cannabis von mehreren Personen in unterschiedlichen Frequenzen über einen langen Zeitraum hinweg eingenommen. Die eine Gruppe hat Cannabis regelmäßig in moderaten Mengen genutzt, während die anderen Teilnehmer Cannabis extensiv konsumiert haben. Schließlich sollten sie den Konsum für einen Monat komplett einstellen.
Das Gehirn hatte sich bei den moderaten Nutzern wieder vollständig erholt. Bei der Gruppe mit den extensiven Konsumenten hingegen, war die Gehirnleistung selbst nach einem Monat Abstinenz noch nicht vollständig auf das ursprüngliche Niveau zurückkehrt.

Irreversible Veränderungen bei Jugendlichen

Anderseits zeigen Nutzer, die bereits in jungen Jahren mit dem Cannabis-Konsum beginnen, Abweichungen in den Gehirnstrukturen. Die genauen Ursachen für die Abweichungen können lediglich vermutet werden. In einer Studie wurde die Gehirnaktivität von Erwachsenen bei anspruchsvollen Aufgaben verglichen. Dort ließ sich ein Unterschied zwischen zwei Personengruppen feststellen.

Bei denen, die früh mit dem Konsum begonnen haben, zeigten die Neuronen des Arbeitsgedächtnisses eine erhöhte Aktivität. Demnach ist die Anstrengung für das Gehirn dort größer. Bei den Personen, die erst im Erwachsenenalter mit dem Konsum begonnen haben, war dies hingegen nicht der Fall.

Das Endocannabinoid-System spielt jedenfalls eine Rolle bei der Entwicklung des Gehirns. Dadurch kann Cannabis bei jungen Nutzern die Gehirnstrukturen verändern, was vermutlich irreversible Folgen hat.

Die Stimmung nach dem Cannabiskonsum

Cannabis wirkt unmittelbar nach der Aufnahme euphorisierend, indem körpereigene Hormone verstärkt ausgeschüttet werden. Das THC in der Pflanze führt zu einer veränderten Wahrnehmung. Die Wirkung äußert sich durch ein verstärktes Empfinden der Emotionen und Sinnesorgane.
Während eine Cannabis Sativa im ersten Moment energisch wirkt, wirkt eine Cannabis Indica entspannend. Außerdem kann Cannabis einen Stress-reduzierenden und beruhigenden Effekt haben.

Als Folge der psychotropen Wirkung auf das Gehirn, kann die Stimmung nach dem Abklingen der Effekte sinken und Antriebslosigkeit aufkommen. Der Grund darin liegt vermutlich in der geringeren Synthese von Dopamin, die sich oftmals auch bei chronischen Nutzern, in einen Mangel an Motivation äußert.

Ob Cannabis im Zusammenhang mit Depressionen steht, ist noch unklar. Bisher zeigten sich positive und negative Einflüsse auf die Linderung der Symptome. Die Änderung des Umgangs mit den sozialen Kontakten oder anderer Drogenkonsum, spielen scheinbar mehr eine Rolle und deshalb ist die Auswirkung stark von der Person abhängig.

Auswirkungen von Cannabis auf die Psyche des Gehirns

Tetrahydrocannabinoid am Cannabis-Neuronen

THC dockt nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an die Neuronen im Gehirn an

 

Cannabis zeigt eine Linderung von Stress und Angst bei vielen Menschen. Deshalb wird Cannabis genutzt um Abstand vom Alltag zu nehmen und sich zu entspannen.

Der große Wirkstoff CBD hat die entgegengesetzte Wirkung von THC und wirkt anti-psychotisch. Dadurch, dass die Zusammensetzung von Marihuana große Unterschiede hat, ist das Gefahrenpotenzial auf die Psyche zugleich abhängig von der Sorte.

Die akute und starke Bewusstseinsveränderung von THC hingegen, birgt eine Gefahr für psychisch sensible oder kranke Menschen. Personen, die an Schizophrenie leiden, sollten hier besonders aufpassen.

Zudem erhöht sich durch den Cannabis-Konsum das Risiko für die Entwicklung psychotischer Symptome. Davon betroffen sind vor allem Menschen, mit einer genetischen Vorbelastung. Hinweise einer Anfälligkeit können geistige Krankheiten von unmittelbaren Verwandten geben.

 

Folgen von Cannabis auf die Gehirn-Entwicklung

Das Endocannbinoid-System des Menschen spielt eine Rolle in der Entwicklung des Gehirns, die noch nicht ganzheitlich erforscht ist. Vor allem in jungen Jahren, unter 23 Jahre, schreitet die Entwicklung des Gehirns stetig voran.

Besonders in dieser Zeit kann sich der Cannabis-Konsum auf das Gehirn auswirken, da das Endocannabinoid-System mit der Gehirnentwicklung zusammenhängt. Wie sich die Auswirkungen auf die Gehirnstrukturen äußern, ist noch nicht geklärt. Frühe Nutzer zeigen aber Auffälligkeiten in der Gehirnaktivität bei fordernden Arbeitsaufgaben.

Zudem erhöht sich das Risiko einer späteren Cannabis Abhängigkeit, wenn bereits im jungen Alter Cannabis verwendet wird.

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