Cannabis Rauchen – Die Wirkung und Folgen eines Joints

Wenn vom Cannabis Rauchen die Rede ist, so handelt es sich meist um die getrockneten Blüten der Hanfpflanze. Diese werden als Marihuana bezeichnet und enthalten, im Verhältnis zum Rest der Pflanze, die meisten Wirkstoffe. Cannabis besitzt eine reiche Vielfalt an Cannabinoide und Geruchsaromen. Die Cannabinoide beeinflussen nicht nur den Geist, sondern auch den Körper. Deswegen finden diese Einsatz in der Medizin und besitzen sogar nützliche Eigenschaften gegen die Bekämpfung von Krebszellen.
Das THC und das CBD sammelt sich ebenfalls zahlreich in den Blütenpollen von Cannabis. Deshalb werden die feinen Pollen gesammelt und gefestigt. Das entstehende Produkt nennt man Haschisch und wirkt beim Rauchen wesentlich stärker als Marihuana.

Doch warum wirkt Cannabis beim Rauchen? Sollte man Cannabis rauchen gegen Krebs? Welche weiteren Folgen hat das Rauchen von Cannabis auf die Gesundheit? Das und mehr erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Die Wirkung beim Rauchen von Cannabis


Cannabis ist nicht gleich Cannabis, da die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe von der Sorte abhängig ist. Damit ist die Wirkung von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Die Cannabinoide, darunter fallen THC und CBD, sind zum Großteil für die Wirkung verantwortlich.

Prinzipiell bringt das Rauchen von Cannabis eine Mischung von Entspannung und Euphorie mit sich. Die Wahrnehmung wird verändert und man fühlt sich „high“. Schon wenige Minuten nach dem Rauchen kann dieses Gefühl wahrgenommen werden. Raucht man Cannabis, so wird die höchste Konzentration im Blut nach ca. 30 min erreicht. Der Effekt hält normalerweise zwischen 1-3 Stunden an und kann bei großen Mengen bis zu 6 Stunden anhalten.

Wirkung nach Cannabis rauchen

Die Wirkung nach dem Rauchen von Cannabis kann euphorisch und entspannend sein.

Des Weiteren führt Cannabis zu einer veränderten Wahrnehmung der Zeit. Das Kurzzeitgedächtnis wird geschwächt und die Aufmerksamkeit sowie die motorischen Fähigkeiten werden verringert. Weitere Auswirkungen von Cannabis sind die Anregung des Appetits und ein trockener Mund. Durch die stark psychotrope Wirkung kann eine Cannabis-Überdosis auch Panik-Attacken, Paranoia und Halluzinationen auslösen.

Die Wirkung von THC beim Cannabis rauchen

Wirkung des THC beim Rauchen

 

THC ist ein Cannabinoid aus der Hanfpflanze, dass für die psychotrope Wirkung zuständig ist. Obwohl Cannabis auch andere Cannabinoide besitzt, wurden Cannabis-Sorten bislang vom Menschen sehr THC-lastig gezüchtet. Die Wirkung von THC wird durch Rezeptoren im Gehirn hervorgerufen, die mit dem Cannabinoid interagieren. THC ist dort auch für die appetitanregende Wirkung von Cannabis verantwortlich.

Die Wirkung von CBD beim Cannabis rauchen

Wirkung des CBD beim Rauchen

 

Beim Verbrennen löst sich auch das CBD aus der Pflanze, dass die entgegengesetzte Wirkung von THC besitzt. Damit wirkt CBD anti-psychotrop, beruhigend und gegen Ängste. Forschungen an CBD stellten fest, dass es vor allem gegen Entzündungen wirkt und Schmerzen lindert. Die Rezeptoren an denen CBD andockt, sind weiträumig im Körper verteilt. Dadurch hat es auch einen positiven Einfluss auf Muskelkrämpfe und Übelkeit.

Cannabis rauchen gegen Krebs

Cannabis besitzt nachweislich eine Wirkung gegen Krebs. Untersuchungen von THC zeigten, dass das Wachstum von verschiedenen Krebszellen gehindert wurde. Dennoch ist die Verwendung von THC eingeschränkt durch seine psychotrope Nebenwirkung. In Bezug auf Brustkrebs beim Menschen wurden weiter Cannabinoide auf einen Anti-Tumor-Effekt getestet. Es stellte sich heraus, dass CBD das größte Potential gegen das Wachstum von Krebs hat, gefolgt von CBG und CBC. Des Weiteren brachten Untersuchungen an Ratten zum Vorschein, dass sich die Metastasierung, also die Verbreitung des Krebses, verringerte.

Dennoch entstehen bei der Verbrennung von organischem Material PAK’s, die sich im Rauch ansammeln. Diese Stoffgruppe ist noch nicht vollständig erforscht, aber gilt als gesundheitsschädigend und krebserregend. Nach aktuellem Stand konnte jedoch kein Zusammenhang zwischen Cannabis rauchen und Lungenkrebs ermittelt werden – egal ob bei seltenem oder häufigem Konsum. Ursächlich hierfür ist möglicherweise die krebshemmende Wirkung von Cannabis.

Warum wird Cannabis geraucht?

Warum wird Cannabis geraucht

Die Decarboxylierung der Cannabinoide beim Rauchen

Die beiden großen Wirkstoffe THC und CBD liegen in der sauren Form THCA und CBDA in der Pflanze vor. Die Umwandlung in das jeweils reaktive Cannabinoid wird als „Decarboxylierung“ bezeichnet. Dazu muss Cannabis zuerst einmal erhitzt werden. Prinzipiell reicht dafür eine Temperatur ab 160 Grad Celsius aus, denn dort beginnen die ersten Cannabinoide zu sieden. Beim Verbrennen von Cannabis werden Temperaturen über 600 Grad Celsius erreicht. Diese Hitze reicht nicht nur für eine vollständige Decarboxylierung aus, sondern zerstört sogar Wirkstoffe. Auch wenn Rauchen von Cannabis weit verbreitet ist, bietet Rauch keine optimale Effizienz.

Aufgepasst:

Cannabinoide wandeln sich bei langer Lagerung langsam in ihre reaktive Form um. Dadurch kann der orale Verzehr von unbearbeitetem Cannabis bereits Auswirkungen auf den Körper haben.

Cannabis rauchen – Gesundheitliche Folgen


Beim Rauchen von Cannabis erhöhen sich die Nebenwirkungen auf den Körper. Bei der Verbrennung von organischem Material, entstehen nämlich zahlreiche giftige Nebenprodukte. Rauch enthält im Mengenverhältnis sogar mehr Nebenprodukte als Wirkstoffe. Vor allem die Lunge ist von den Folgen betroffen, da bei der Verbrennung einerseits die unerwünschten Stoffe eine Belastung darstellen und andererseits die Temperaturen von über 600 Grad Celsius den Atemweg reizen. Rauch kann aber nicht nur die Atemwege reizen, sondern sogar zu leichten Verbrennungen führen.

Teerablagerung beim Cannabis rauchen

Teer-Aufnahme durch Rauchen von Cannabis

Teer im Cannabis-Rauch

 

In pflanzlichem Material sind fast immer Teere vorhanden. Auch bei der Verbrennung von Cannabis lösen sich Teere, die sich in der Lunge ablagern. Die Lunge nimmt sogar drei- bis viermal mehr Teer beim Rauchen von Marihuana, wie beim Rauchen von Tabak auf. Ähnlich wie bei Tabak kann sich durch diese Ablagerung eine akute oder chronische Bronchitis ausbilden oder es kann zu Fehlbildungen von Zellen kommen. Zudem blockieren Teere kurzzeitig den natürlichen Schutzmechanismus der Lunge. Feine Härchen, die für den Abtransport von Fremdkörpern zuständig sind, verkleben und arbeiten für mehrere Stunden nicht mehr vernünftig.

 

Kohlenstoffmonoxid beim Cannabis rauchen

Giftiges CO bei der Verbrennung von Cannabis

CO in Cannabis-Rauch

 

Rauch enthält Kohlenstoffmonoxid, dass über die Lunge in die Blutbahn gelangt. Dort blockiert es die roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport zuständig sind. Als Folge wird die Sauerstoffaufnahme des Blutes verringert. Sauerstoff spielt eine Rolle bei vielen Stoffwechselaktivitäten, sowie bei der Energiegewinnung. Besonders bei aeroben Ausdauersportarten, die Sauerstoff zur Energiegewinnung benötigen, können Kraftverluste auftreten.

 

 

Gesundheitsschädigende Stoffe in Cannabis-Rauch

cannabis rauchen kann der gesundheit schaden

Krebserregende Verbindungen im Cannabis-Rauch

 

 

Neben den bereits genannten Stoffen enthält Cannabis-Rauch weitere karzinogene Rückstände. Dazu zählen eine Hand voll unbekannte giftige PAK’s. Diese Verbindungen gelten als gesundheitsschädigend und krebserregend. Die genauen Auswirkungen von PAK’s sind noch wenig erforscht, doch das Auftreten dieser giftigen Stoffe im Rauch von Marihuana unterscheidet sich kaum vom Tabakrauch.
Dennoch enthält die Cannabispflanze Wirkstoffe, die zugleich eine hemmende Wirkung auf Zellmutationen besitzen. Außerdem geht aus Nachforschungen hervor, dass keine Verbindung zwischen dem Konsum von Cannabis und dem Auftreten von Lungenkrebs besteht, egal ob bei häufigem oder bei seltenem Gebrauch.

 

 

Aufgepasst:

Bei der oralen Aufnahme und der Verwendung eines Vaporizers entfallen Großteils die Folgen von Rauch!

 

Wie Cannabis rauchen?


Am gängigsten wird Cannabis in einem Joint, einer Bong oder einer Pfeife geraucht. Dadurch gelangen die Wirkstoffe über die Lunge schnell ins Blut. Dennoch sind die Nebenprodukte, die bei der Verbrennung entstehen, eine zusätzliche Belastung für die Lunge. Der Cannabis-Rauch ist die ineffizienteste Konsumvariante, da zahlreiche aktive Verbindungen durch die hohen Temperaturen zerstört werden.

Cannabis rauchen mit Tabak

Nikotin macht stärker abhängig als Cannabis zu rauchen

Tabak-Rauch ist gefährlicher als Cannabis-Rauch

 

 

In Europa wird Cannabis nicht selten mit Tabak geraucht. Der Tabak dient als Streckmittel und bildet oft einen Großteil der Füllung. Jedoch hat die Mischung zur Folge, dass der Effekt von Marihuana schlagartiger und vermeintlich früher einsetzt, aber die Wirkungsdauer sogar verringert wird. Außerdem erhöht sich die Wirkung des Nikotins bzw. wird es durch Cannabis verstärkt wahrgenommen. Dies führt bei Unerfahrenen nicht selten zu Herz-Kreislauf-Beschwerden und Übelkeit.

Bei einem sogenanntem Spliff, handelt es sich um einen Joint, der Tabak enthält. Damit enthält ein Spliff eine geringere Menge an Marihuana und die Wirkung ist weniger stark.

 

Cannabis rauchen in der Pfeife

Marihuana Pfeife zum Rauchen von Cannabis

 

Marihuana wird teilweise in einer Pfeife geraucht. Das altbewährte System funktioniert einfach und unkompliziert. Die Kammer wird befüllt, entzündet und anschließend wird über das Mundstück der Rauch eingeatmet. Hierfür stehen eine Reihe von verschiedenen Modellen aus unterschiedlichem Material zur Verfügung. Cannabispfeifen gibt es aus Glas, Holz, Metall oder Stein. Dadurch unterscheiden sich die Modelle in dem Kühleffekt und der Langlebigkeit.

Was ist ein Joint?

Konischer Joint mit Cannabis der raucht

Der Joint – auch Dübel, Tüte oder Haschischzigarette genannt – ist trichterförmig gedreht und mit Marihuana oder Haschisch gefüllt. Der Joint wird angezündet und das Marihuana verbrennt zusammen mit dem umliegenden Paper. Indem, anders als bei der Zigarette, nach dem Einatmen des Rauches der Atem länger angehalten wird, können mehr Wirkstoffe übertragen werden.

 

Was ist ein Blunt?

Cannabis Rauchen in Zigarren WrapAnders als beim üblichen Joint, wird anstatt normalen Drehpapier, ein Papier aus einem Tabakblatt verwendet. Traditionelle Blunts bestehen aus ausgewählten Sorten von Zigarren, die aufgeschnitten werden. Der Tabak wird entfernt und das Tabakpapier zum Drehen verwendet. Vorgefertigte Tabakblätter werden beim Verkauf oft als „Blunt-Wrap“ deklariert und sind in verschiedenen Geschmäckern erhältlich. Das Cannabis bekommt in einem Blunt ein besonderes Aroma. Aufgrund des langsamen Abrennens und des größeren Füllvolumens, wird ein Blunt oft in der Gruppe geraucht. Begeisterung erlebt diese Art vor allem in der westlichen Welt und wird unter anderem durch Musiker, wie Snoop Dogg oder Cypress Hill, verbreitet.

Was ist eine Bong?

Vollständige Bong mit Wasser zum Rauchen

Cannabis rauchen mit einem Glas-Bong

 

 

Eine Bong dient der Wasserfilterung von Cannabis-Rauch. Dazu wird an dem großen Mundstück Luft angesaugt. Gleichzeitig wird am anderen Ende das Marihuana verbrannt. Dabei entsteht ein Unterdruck, der den Rauch durch das Wasser leitet. Der Behälter füllt sich nun soweit mit Rauch bis Luft nachgelassen wird. Dies geschieht entweder durch ein kleines Loch an der Außenseite oder durch das Heben des befüllten Kopfes.
Geringe Mengen Schadstoffe, sowie Feinstoffe, können vom Wasser absorbiert werden. Das giftige Gas Kohlenmonoxid und weitere krebserregende Stoffe hingegen sind wasserunlöslich und gelangen trotzdem in die Lunge.

 

 

Übrigens:

Der Begriff „Bong“ stammt aus dem thailändischen „Baung“. Dies bezeichnet eine traditionelle Pfeife aus Bambus.

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