Die Cannabis-Überdosis und weitere Gefahren durch Cannabiskonsum

Für eine Cannabis Überdosis sorgt der Wirkstoff „THC“ der Pflanze. Nach der Einnahme wirkt THC stark psychotrop und verändert die Wahrnehmung und das Bewusstsein. Dafür verantwortlich sind Rezeptoren im Gehirn, die mit dem THC interagieren. Diese Rezeptoren werden normalerweise durch körpereigene Cannabinoide, die Endocannabinoide, angeregt. Die hohe Konzentration an pflanzlichen Cannabinoiden im Blut führt zu einer Überstimulierung dieser Rezeptoren. Vor allem Unerfahrene Nutzer können durch eine Cannabis-Überdosis eine unangenehme Erfahrung machen.

Ist Cannabis tödlich? Was passiert bei einer zu hohen Dosis? Und welche weiteren Gefahren gibt es? Alles zu den Auswirkungen und Folgen einer Überdosierung von Cannabis erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

 

Folgen einer Cannabis-Überdosis


Übelkeit durch Bewusstseinsveränderung

Starke Wahrnehmungsveränderung durch eine Cannabis-Überdosis

 

 

Geringe Dosen von THC verändern bereits die Wahrnehmung und das körperliche Empfinden. So macht Cannabis euphorisch und energisch oder wirkt sedativ und entspannend. Weitere Auswirkungen sind die Appetitanregung, eine erhöhte Herzrate und eine verminderte Speichelproduktion.
Eine Cannabis-Überdosis kann zu starken körperlichen, sowie psychischen Auswirkungen führen. Die möglichen Folgen einer Überdosierung sollten nicht unterschätzt werden, auch wenn Cannabis oft als „harmlose Droge“ eingestuft wird.

 

 

Körperliche Auswirkungen einer Cannabis-Überdosis

Zittern durch Überdosierung

Bei einer hohen Cannabis-Überdosis können Schweißausbrüche auftreten

 

Das THC in Cannabis wirkt sich auf die Gehirnregion aus, die zuständig für die Regulation des Herzes ist. Bei einer Überdosis kann sich die Herzrate stark erhöhen und bei den Betroffenen panische Zustände verursachen. Wichtig ist, dass die Person dann versucht ruhig zu bleiben, denn Panik kann unangenehme Auswirkungen nur verstärken.

Des Weiteren kann durch den Einfluss auf das Gehirn ein Schwindelgefühl auftreten. Schließlich kann es betroffenen Personen auch übel werden, gleichwohl Cannabis normalerweise auch gegen Übelkeit verwendet wird. (Einsatz in der Medizin gegen Erbrechen als Antiemetikum)

Zu guter Letzt äußern sich die Auswirkungen einer Cannabis-Überdosis manchmal in Schweißausbrüchen. Auch zeigt sich die Überreaktion des Körpers durch Zittern. Diese starken körperlichen Folgen treten erst bei sehr hohen Dosen auf.

Psychische Auswirkungen einer Cannabis Überdosis

Cannabis-Überdosis und Angst

Bei einer Cannabis-Überdosis können auch Halluzinationen auftreten

 

Die psychotrope Wirkung von THC kann bei einer Überdosierung starke Auswirkungen auf die Wahrnehmung haben. Dadurch kann sich das angenehme Gefühl zum Unwohlbefinden wenden. Starke geistige Folgen sind Angstzuständen, Verwirrung oder sogar Panikattacken.

Anders als bei psychodelischen Drogen, verändert Cannabis kaum die optischen Eindrücke. Dennoch können bei sehr hohen Dosen im Blut, auch Paranoia und Halluzinationen auftreten. Vor allem für Personen in einer geistig labilen Verfassung, kann das gefährlich sein. Der Cannabis-Konsum erhöht zudem das Risiko für psychische Krankheiten bei Menschen, die eine genetische Veranlagung dafür besitzen.

 

Das Risiko einer Überdosierung beim Essen von Cannabis

Wird Cannabis geraucht oder vaporisiert, dann tritt die Wirkung bereits nach wenigen Minuten auf. Bei starken Auswirkungen kann meist rechtzeitig reagiert werden und der Konsum unterbrochen werden. Das Risiko einer Überdosierung ist bei essbaren Cannabisprodukten erhöht. Denn bei dem oralen Verzehr werden die Wirkstoffe zuerst durch den Magen-Darm-Trakt verarbeitet. Das hat zur Folge, dass die Wirkung stark zeitverzögert einsetzt. Außerdem wandelt sich der psychotrope Wirkstoff THC im Körper um. Die neue Verbindung besitzt einen besonders starken Effekt auf den Menschen. Die Dosierung beim Essen von Cannabis stellt deshalb eine Gefahr dar, weil sie leicht unterschätzt wird.

Tod durch Cannabis Überdosis?

Marihuana Überdosis

Ein Tod durch eine Cannabis-Überdosis ist nicht möglich

 

 

Eine für den menschlichen Körper tödliche Überdosis an Cannabis ist nicht möglich, da eine so hohe Dosis nicht erreicht werden kann. Die Menge, die ein Mensch zu sich nehmen müsste, wäre mehr als er konsumieren kann. Das belegten auch Tierversuche, bei denen die Forscher scheiterten, durch verabreichte Überdosierungen, die Tiere zu töten. Ein Grund hierfür ist auch, dass der Körper eine natürliche Immunität aufbaut, die ihn akut schützt.

 

 

 

Kann ein Tod durch Cannabis ausgeschlossen werden?

Ein tödlicher Ausgang bei dem Konsum von Cannabis ist dennoch nicht auszuschließen. Es existieren wenige umstrittene Todesfälle. Die Dosis spielte dabei vermutlich weniger eine Rolle. Viel mehr erlebten die Personen Herzrhythmusstörungen, die einen Herzstillstand zur Folge hatten. Vor allem bei Vorerkrankungen des Herzens kann Cannabis zu Problemen führen, da es die Herzrate erhöht.

Facts:

Nach Schätzungen sterben in Deutschland täglich ca. 200 Menschen durch riskanten Alkoholkonsum. Vergleicht man diese Zahlen mit den Cannabis-Toten, so sinkt das Risiko einer tödlichen Cannabis-Überdosis gegen Null.

 

Weitere Gefahren durch Cannabis-Konsum


Nicht nur direkte Gefahren für den Körper sind bei Cannabis von Belangen, sondern auch Folgeunfälle durch den Cannabiskonsum. Während Statistiken von einhergehenden Arbeitsunfällen keine Ergebnisse brachten, gibt es Beweise, dass das Risiko von Verkehrsunfällen erhöht ist. Drogenkonsum im Straßenverkehr sollte sowieso außer Frage stehen, denn dort bringt man nicht nur sich selbst, sondern auch Unbeteiligte in Gefahr.

Gefahr durch unkontrolliertes Cannabis

In den Ländern, in denen Cannabis verboten ist, wird es auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Dieser unkontrollierte Markt bürgt für den Cannabis-Nutzer die Gefahr, dass giftige Stoffe enthalten sein könnten. So kann das Marihuana durch andere Mittel gestreckt sein, um das Gewicht und damit den Profit zu erhöhen. Die Folge von gestreckten Cannabisprodukten auf die Gesundheit, kann alle möglichen Auswirkungen haben.
Während man gestrecktes Marihuana äußerlich noch erkennen kann, gibt es auch gesundheitlich bedenkliche Stoffe in den Blüten, die man mit dem Auge nicht erkennt. Unerlaubte Pestizide und Herbizide, aber auch Schwermetalle können sich bei unkontrolliertem Anbau in der Pflanze anreichern. Diese können allergische Reaktionen hervorrufen und weitere negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Cannabisprodukte und Kleinkinder

Des Weiteren besteht bei essbaren Cannabisprodukte die Möglichkeit unwissend von Kindern gegessen zu werden. Dadurch sind bereits mehrere Jugendliche mit Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert worden oder sogar ins Koma gefallen. Essbare Cannabisprodukte -auch Edibles genannt- sollten deshalb stets sicher vor Kindern aufbewahrt werden.

Zusammenfassung – Das Risiko durch Cannabis-Konsum


Abschließend kann gesagt werden, dass sich die akuten Verletzungen beim Konsum von Cannabis in Grenzen halten und ernsthafte Nebenwirkungen, bei denen ärztliche Hilfe benötigt wird, erst bei sehr hohen Dosierungen auftreten. Cannabisprodukte sollten außerdem immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Vor allem essbare Cannabisprodukte können unwissend geschluckt werden. Während Alkohol in Deutschland für ca. 10% der Todesfälle verantwortlich ist, ist ein Tod durch Cannabis sehr unwahrscheinlich. Dennoch schließen wenige Beweise die Möglichkeit nicht aus. Durch Unachtsamkeit und verringerte motorische Fähigkeiten sollten Folgeunfälle durch den Cannabiskonsum in Betracht gezogen werden.

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