Die Cannabispflanze und ihre Geschichte

Die Cannabispflanze zählt unter der Gattung Cannabis (Hanf) zu den Cannabaceae (Hanfgewächsen). Neben den verwandten Hopfen wird der genaue Stammbaum der Hanfgewächse noch diskutiert. Aufgrund von genetischen Unterschieden steht jedoch fest, dass sich die Cannabispflanze in die Arten Cannabis Sativa und Cannabis Indica differenzieren lässt. Ferner existiert noch Cannabis Ruderalis, die am wenigsten verbreitet ist.

Die verschiedenen Gattungen der Cannabispflanze enthalten zahlreiche Inhaltsstoffe. Viele Aromastoffe, die sogenannten Terpene, sorgen für den einzigartigen Geschmack und Geruch jeder Pflanze. Für einen Großteil der Wirkung sorgen die Cannabinoide. Unter diese Klasse fällt der Wirkstoff THC, der einen psychotropen Effekt auf das menschliche Gehirn besitzt. Aber auch CBD steckt in der Cannabispflanze, welches beruhigend wirkt und zugleich Entzündungen, sowie Schmerzen lindert.

Weibliche Cannabispflanze oder männliche Cannabispflanze?


Eine stängelige Cannabispflanze

Eine männliche Cannabispflanze der Art Cannabis Sativa

Cannabis ist zweihäusig und somit männlich oder weiblich. Die weibliche Cannabispflanze entwickelt nach der Wachstumsphase viele Blüten, die den höchsten Anteil an Cannabinoide enthalten. Daneben bildet die männliche Cannabispflanze Knospen aus, die der Bestäubung des anderen Geschlechts dienen. Hat die weibliche Pflanze ihre Blütephase beendet, werden ihre Blüten entnommen und getrocknet. Fertig für die weitere Verarbeitung, spricht man nun von Marihuana.

Wie erkenne ich eine Cannabispflanze?

Morphologisch ist die Cannabispflanze gleich einer Tanne. Das breit gefächerte Blätterdach am Boden des Hanfs, läuft zu einer schmalen Spitze zusammen. Ein grundlegendes Merkmal sind die markanten Blätter mit Sägezahnmuster, die einer Hand ähneln. Die einzelnen Äste sind paarweise am Hauptstamm angeordnet und liegen jeweils versetzt, um mehr Licht für die Photosynthese aufnehmen zu können.

Wann erkenne ich eine männliche und wann eine weibliche Cannabispflanze?

In der sogenannten Wachstumsphase gewinnt Cannabis an Höhe und das Blätterdach bildet sich aus. Die Blütephase entscheidet schließlich, ob es sich um eine weibliche oder männliche Pflanze handelt. Während die männliche Pflanze Pollensäcke bildet, entstehen an der weiblichen Pflanze Cannabinoid-haltige Blüten.

Die männliche Cannabispflanze

Männlicher Hanf besitzt Knospen, wenige Cannabinoide und zugleich feinere Fasern. Deshalb wird dieser als Nutzhanf in der Industrie und Landwirtschaft verwendet. Die Pollenanlagen bilden sich in der Blütephase aus und dienen zur Bestäubung der weiblichen Pflanze. Ausgewählte männliche Pflanzen werden aber auch zur gezielten Kreuzung von verschiedenen Sorten verwendet.

Ein Hanfpflanze der Art Cannabis Sativa

Die Knospen der männlichen Cannabispflanze in der Blütephase

Die weibliche Cannabispflanze

Die weibliche Pflanze enthält einen höheren Anteil an THC und CBD. Die Cannabinoide bilden sich in der Blütephase und sammeln sich überwiegend in den Blüten. Die Wirkung von weiblichem Cannabis findet ein breites Anwendungsgebiet in der Medizin. Cannabinoide werden bei der Behandlung von entzündlichen Krankheiten, Schmerzen, Krebs und vielen weiteren Beschwerden verwendet. Der Gehalt an Wirkstoff ist dann abhängig von der Sorte und kann von unter 0,2% bis hin zu 30% THC variieren.

Die Unterschiede der Cannabispflanze

Die Blütephase der weiblichen Cannabispflanze

Facts:

Der weibliche Hanf kann manchmal auch zwittern. Der Zwitter ist dann in der Lage, sich selbst zu bestäuben und bildet Samen. Die Samen sind bei der Weiterverarbeitung unerwünscht, weil sie die Qualität und den Geschmack mindern. Die Ursache hierfür kann zu viel Stress, durch beispielsweise Licht- oder Wassermangel sein.

 

Cannabispflanze: Cannabis Indica, Cannabis Sativa und Hybride


Hanfpflanzen wachsen in unterschiedlichen Regionen der Welt. Wissenschaftler haben diese Sorten einem Stammbaum zugeordnet. Für die Spitze der Pyramide konnte sich aber noch nicht geeinigt werden. Cannabis wird aufgrund von genetischen Differenzen weitestgehend in die drei Arten Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis unterteilt. Jede Art hat ihre eigenen Merkmale und Wirkung. Durch Kreuzungen werden die Eigenschaften der verschiedenen Pflanzen vereint. Heutzutage besteht der weltweite Cannabismarkt überwiegend aus diesen Hybriden.

Cannabis Sativa

Die typische Hanfpflanze Cannabis Sativa

Die Wirkung der Cannabis Sativa mit dem typischen Blatt dieser Hanfpflanze

 

 

Diese Cannabispflanze stammt ursprünglich aus Ländern rund um den Äquator wie Jamaika, Mexico, Kolumbien oder Thailand. Sie zeichnet sich durch ihre eher schlanken und länglichen Blätter aus. Auch anhand des hohen stängelartigen Wachstums mit lichten Stockwerken ist dieser Typ gut erkennbar. Es bietet sich viel Platz für die Blüten und dadurch liefert eine Cannabis Sativa Pflanze gute Erträge.

Die Wirkung ist unterm Strich stark euphorisch und energisch und wird überwiegend im Kopf verspürt. Deshalb sind Sorten dieser Gattung besonders gefragt und das auch in der Medizin. Im weiteren Sinne spiegelt sich der Effekt einer Cannabis Sativa in gesteigerter Aktivität und Geselligkeit wider.

 

 

 

Cannabis Indica

Die körperlastige Wirkung der Cannabispflanze Cannabis Indica

Die Wirkung der Cannabis Indica mit dem typischen Blatt dieser Hanfpflanze

 

 

Diese buschig wachsende Cannabispflanze vermehrt sich in den Subtropen. Während in Indien die Gattung zum ersten Mal entdeckt wurde, ist sie auch in den Ländern Pakistan, Afghanistan und dem Libanon verbreitet. Sie wächst weniger in die Höhe als eine Cannabis Sativa, aber neigt zu einem dichteren und mehr in die Breite gehendem Wachstum. Das Blatt ähnelt einem „gestauchtem“ Cannabis Sativa Blatt und passt somit zu dem buschigen Charakter dieser Cannabispflanze.

Auch bei dieser Art ist der medizinische Nutzen hoch, aufgrund des überdurchschnittlich hohen CBD und THC Gehalts. Die sedierende Wirkung bei der Einnahme bezeichnet man als “stoned“. Man wird beruhigt, in Entspannung versetzt, der Stress wird gemindert und dennoch hellt das Marihuana die Stimmung auf. Deshalb findet es auch Einsatz gegen Schlafstörungen.

 

 

 

Cannabis Hybride

Auf dem Markt wird ständig geforscht und jährlich zahlreiche neue Hybride vorgestellt. Dazu werden die Cannabispflanzen miteinander gekreuzt. Ziel ist es Geschmack, Wirkung und Aussehen (Phänotyp) zu verändern und zu verbessern. Daher findet man nahezu keine reine Cannabis Sorte mehr auf dem Markt. Gattungen werden gekreuzt, um die optimalen Eigenschaften für das jeweilige Anwendungsgebiet zu gewährleisten. Hybride werden dann meist prozentual am Verhältnis von Sativa zu Indica angegeben.

 

Die Verarbeitungs-Formen der Cannabispflanze


Die Cannabispflanze existiert in unterschiedlichen Darreichungsformen, die sich über die Jahre entwickelt haben. So werden nicht nur die getrockneten Blüten gesammelt, sondern daraus auch Konzentrate oder Öle gewonnen.

Marihuana

Cannabispflanze Indica auf der Hand getrocknet

Marihuana – Die getrockneten Blüten der Cannabispflanze

 

 

Ist die weibliche Hanfpflanze ausgereift und hat ihre Blüten ausgebildet, werden diese abgeschnitten und getrocknet. Fertig für die weitere Nutzung spricht man nun von „Marihuana“ und einzelnen „Buds“, also den Cannabisblüten. Abhängig von der Sorte unterscheiden sich der Gehalt und die Vielfalt an Inhaltsstoffen, sowie Geschmack und Wirkung stark. Während qualitativ hochwertiges Marihuana THC-Werte von 12-25% aufweist, wurde Straßenware im Durchschnitt mit 7-9% getestet. Die Farbe ist abhängig von der Sorte und im Schnitt hell– oder dunkelgrün, aber es ist auch z.B. eine lila Tönung möglich.

 

 

Haschisch

Den größten Anteil an Wirkstoff enthalten die feinen Harzdrüsen auf der Oberfläche der Blüte. Diese werden ohne Verwendung von Chemikalien für die Herstellung von Haschisch gesammelt. Es existieren verschiedene Methoden zur Herstellung. Die Siebung von Marihuana ist die am häufigsten Ausgeübte. Anschließend wird durch Wärme und Druck das Harzpuder komprimiert und gepresst. Ergebnis ist eine klebrige, hellbraune bis schwarze Masse, die eine höhere Konzentration an Wirkstoffen als Marihuana besitzt. Dieses Konzentrat wird ebenfalls geraucht oder verdampft, kann aber auch gekaut werden.

Haschisch-Öl

Dieses Öl -dass eigentlich keinen öligen Charakter besitzt, sondern vielmehr harzig ist- wird mit Hilfe von Alkohol hergestellt. Die Cannabinoide des Pflanzenmaterials werden durch das Lösungsmittel freigegeben und anschließend werden die festen Pflanzenreste gesiebt. Das flüssige Gemisch wird solange bei niedriger Temperatur verdampft, bis eine zähflüssige Masse übrig bleibt. Nun weist das Extrakt mit Werten von 20% bis über 60% THC, eine sehr hohe Potenz auf. Nachteil des Vorgangs mit Alkoholen ist, dass die Terpene vermindert werden und andere unerwünschte Rückstände zurückbleiben können. Der Geruch und die Reinheit leiden demnach bei dieser Cannabis-Form.

CBD-Öl – Legal und ohne Psychoaktivität

Cannabidiol-Öl-der-Hanfpflanze

Das CBD aus der Cannabispflanze wird oft als Öl verkauft

 

 

Cannabidiol (CBD) ist der am zweithöchsten konzentrierte Wirkstoff in der Cannabispflanze und erfährt derzeit immer mehr Aufmerksamkeit. Die medizinischen Verwendungszwecke sind sehr breit gefächert und bei CBD bildet der Körper keine signifikante Toleranz. Die Forschungen sind noch nicht vollständig ausgereift, aber fest steht bisher, dass CBD neben der entzündungs- und krebshemmenden Wirkung, gegen Schmerzen, Angst, Übelkeit und vieles mehr helfen kann und zugleich nahezu nebenwirkungsfrei ist.

Bei CBD-Öl handelt es sich um ein Extrakt aus legalem Hanf, mit maximal 0,2% THC. Überschreitet es diese Grenze nicht, wirkt es sich nicht auf das Bewusstsein aus und ist aktuell für den Eigenbedarf legal erhältlich. Damit die Dosierung leichter fällt, wird das extrahierte CBD mit Öl vermischt und kann schließlich über den Mund aufgenommen werden.
Es besteht jedoch der Nachteil, dass gerade den Marihuana-Blüten eine besonders starke und hilfreiche Wirkung nachgesagt wird. Diese entsteht durch Wechselwirkungen der Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel zwischen THC und den Terpenen (Geruchsstoffe). Die Effektivität ist dadurch bei dem verarbeiteten und extrahierten CBD dem Anschein nach niedriger. Auch kann Öl nicht geraucht oder verdampft werden, sondern es ist nur die Aufnahme über den Magen möglich und auf diese Weise ist keine schnelle Assimilation der Inhaltsstoffe vorstellbar.

 

 

Die Geschichte der Hanfpflanze


Die Zeitlinie der Hanfpflanze

Die Cannabispflanze findet schon lange Verwendung als Rohstoff und Medikament

Cannabis war bereits vor Christus eine wichtige Nutzpflanze und spielte schon früh eine Rolle in der Geschichte traditioneller chinesischer Medizin. Die Funktion als Rohstofflieferant, war für die Industrie in Europa und vielen asiatischen Ländern sehr bedeutend. So wurden zahlreiche Textilien für die Schifffahrt, aber auch Kleidungsstücke, Öle und Papiere aus Hanf produziert. Erst durch den Rückgang der Segelschifffahrt und der Weiterentwicklung in der Baumwollindustrie, wurde der Bedarf an der Kulturpflanze weniger.

Das Cannabis Verbot

In der Cannabispflanze ist das Cannabinoid THC verantwortlich für die psychotrope Wirkung. Die Konzentration von THC ist in den heutigen Cannabissorten sehr hoch, da die Pflanze gezielt auf dieses Cannabinoid gezüchtet wurde. Zur damaligen Zeit besaßen nur wenige Pflanzen von über 100 Sorten einen hohen Anteil an THC. Es kam dennoch zu weltweiten Verboten von Cannabis, obwohl Nutzhanf keine bewusstseinsverändernden Wirkstoffe enthält.

Die Einwohner der USA begannen im 17. Jahrhundert auf diese Wahrnehmungsveränderung von Cannabis aufmerksam zu werden und machten Gebrauch davon. Im 20. Jahrhundert wurde der Konsum von US-Politikern verteufelt. Schließlich führten Gesetzesänderungen nicht nur zum Verbot von Cannabis als Rauschmittel, sondern auch zum Niedergang von Cannabis in der Industrie und der Medizin. Die Durchführung der Verbote wurde dabei nicht durch wissenschaftliche Belege gestützt und konnten selbst von Ärzten nicht nachvollzogen werden. Deshalb liegt es auf der Hand, dass das Cannabis-Verbot aus wirtschaftlichem Interesse vollzogen wurde.

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