Cannabis bei Krebs – Therapie oder Risiko?

Mikroskopischer Blick auf verschiedene Krebszellen

 

Cannabis und Krebs werden in vielen Medien oft in wilde Zusammenhänge gestellt. Viele Patienten und Angehörige sind demnach stark verwirrt über die möglichen Risiken und den therapeutischen Einsatz von Cannabis bei Krebs. Kann Cannabis einem Krebs Patienten helfen oder besteht sogar ein Risiko?  Eine durch Studien belegte Antwort auf diese Frage finden Sie in folgendem Artikel.

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Inhaltsverzeichnis

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Wie entsteht Krebs?

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HEMMT CANNABIS KREBS IM KÖRPER?

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Kann nun Cannabis Krebs heilen?

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CANNABIS KREBS RISIKO?

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Cannabis Rezept bei Krebs – Was muss ich beachten?

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Literaturverzeichnis

Wie entsteht Krebs?

Zusammenfassung

Im normalen Zyklus der Zelle sorgen, falls die DNA beschädigt ist, sog. Checkpoint-Proteine für den kontrollierten Zelltod (Apoptose)

Mutationen können nun dafür sorgen, dass diese Checkpoint-Proteine inaktiviert werden, die Zelle kann sich nun ungehindert weiter teilen

Durch die vermehrte Teilung wird die DNA der Zellen immer fehlerhafter, was zu einer verstärkten Entartung der Zelle führt

Der Tumor kann nun ungehindert wachsen und im späteren Verlauf Gewebe infilitrieren bzw. im Körper metastasieren

Zellzyklus

Bevor wir in die Interaktion von Cannabis auf die Krebszellen eingehen muss ein Einblick in die Krebsentstehung gegeben werden. Am Anfang steht hier die kleinste Einheit unseres Körpers, die Zelle. Die meisten Zellen unseres Körpers durchlaufen einen dauerhaften sog. Zellzyklus. Dieser dient in erster Linie der Zellteilung, also der Verdopplung der Zelle. Dieser Prozess wird auch Mitose genannt. Auf diese Art und Weise vermehren sich unsere Zellen und schaffen stetig neue frische Zellen für den Körper.[1]

Zelltod

Die DNA der Zellen wird in eben diesem Zyklus durch sog. Checkpoint-Proteine stetig auf Fehler kontrolliert und bei Bedarf abgetötet. Dies wird auch als Apoptose bezeichnet.[1]

Mutationen

Nun kann es vorkommen, dass es durch verschiedene innerliche oder äußerliche Einflüsse zu genetischen Mutationen kommen kann. Normalerweise werden diese von den Checkpoints erkannt und anschließend in den natürlichen Zelltod (= Apoptose) geschickt, jedoch können auch diese Checkpoint-Proteine von Mutationen befallen sein, was ihre Funktion zunichtemacht.  Nun haben wir eine Zelle , die durch ihre eigenen Hemm-Mechanismen nicht mehr abgetötet werden kann. Diese Zelle kann sich nun unendlich oft weiter teilen und ihren beschädigten genetischen Code weiterverbreiten.[1]

Tumorentstehung

Vermehrt sich diese Zelle weiter wird ab einer bestimmten Zeit so viel Zellmasse angehäuft sein, dass man von einem In-Situ Tumor sprechen kann. Dieser Tumor wächst unaufhörlich, grenzt sich aber noch von dem restlichen gesunden Gewebe ab und infiltriert dieses nicht. Gewisse Faktoren beeinflussen nun das Wachstum als auch die weitere Entartung des Tumors.[1]

Zeichnung der Vaskularisierung des Tumors und Metastasen-Bildung

Vaskularisierung des Tumors und Metastasen-Bildung

 

Tumorwachstum

Durch die vermehrten Durchläufe des Zyklus ohne Fehlerkorrektur entstehen immer mehr Fehler im Code was im Anschluss zu einer immer stärker entarteten Zelle führt, die auch weitere Beschränkungen des Wachstums ausschalten kann. So schaffen es die Zellen beispielsweise äußere Einflüsse zu unterbinden, die eine Apoptose einleiten würden. Außerdem kann der Tumor wachstumshemmende Faktoren blockieren bzw. auch eine Unabhängigkeit von körpereigenen Wachstumsfaktoren etablieren. Dies hat eine noch schnellere Progression (Wachstum) des Tumors zur Folge.[1]

Entartung des Tumors

Ab einem gewissen Zeitpunkt ist der Code der Tumorzellen so verändert, dass man von einem bösartigen Tumor spricht. Ab diesem Zeitpunkt ist der Tumor in der Lage gesundes Gewebe zu infiltrieren und über den Blut- und Lymphkreislauf Metastasen in verschiedenen Teilen des Körpers zu bilden. Zusätzlich sendet der Tumor vermehrt Stoffe aus die, die Vaskularisation  (= Blutgefäßneubildung) anregt. Dies bedeutet der Tumor wird noch mehr mit Blut und damit Nährstoffen versorgt. Ein Entzug dieser Nährstoffe von gesundem Gewebe und letztlich dem gesamten Organismus ist die Folge.[1]

Cannabis Überdosis

 

Tumor-

entstehung

 

 

 

Hemmt Cannabis Krebs im Körper?

Zusammenfassung

Krebszellen exprimieren (=produzieren) vermehrt Cannabinoid-Rezeptoren

Durch die Stimulation der Cannabinoid-Rezeptoren kommt es zu einer verstärkten Einleitung des Zelltodes, einer Verlangsamung des Tumorwachstums und einer Verringerung der Neubildung von Blutgefäßen des Tumors

WICHTIG: Die genannten Daten entstammen Studien aus extrahierten Tumorzellen, d.h. diese spiegeln kein reales Bild des menschlischen Organismus wieder. Wir distanzieren uns von jeglicher Empfehlung Cannabis als reines Anti-Krebs-Medikament einzusetzen!

Nachdem wir nun einen detaillierten Einblick in die Krebsentstehung erhalten haben, können wir nun unser Augenmerk auf die Einflussnahme von Cannabis auf diese legen.

Cannabinoid-System

Grundlegend gilt es zu verstehen, dass dem Cannabinoid-System bei Krebszellen eine entscheidende Rolle zukommt. Krebszellen exprimieren (=produzieren) ein Vielfaches der Menge an Cannabinoid-Rezeptoren, welche eine normale Zelle exprimieren würde. Es lässt sich sogar eine direkte Korrelation zwischen Menge an exprimierten Rezeptoren und Aggressivität des Tumors ableiten.[2]

Ist eine Hemmung durch Cannabis möglich?

Wie aber kann Cannabis nun eine direkte Hemmung ausüben? Nun durch die Stimulation der Cannabinoid-Rezeptoren auf den Krebszellen kommt es zu einer vermehrten Produktion des stressregulierten Proteins p8. Dieses Protein ist direkt an der Einleitung des natürlichen Zelltods (Apoptose) beteiligt.[3] Zusätzlich konnte bei Prostata- und Brustkrebszellen durch eine Induktion der Cannabisrezeptoren CB1 und CB2 eine Verlangsamung der Tumorwachstum festgestellt werden. Dies wird vor allem auf einen durch CB2 induzierten Zellzyklus-Stopp zurückgeführt. Durch den Stopp des Zellzyklus ist eine Vermehrung der Zelle unterbrochen.[4][5] Ein zusätzlicher Effekt von Cannabinoiden scheint darin zu bestehen, die Blutversorgung von Tumoren zu reduzieren. Durch die Verringerung des Wachstumsfaktors VEGF, der bei der Neubildung von Blutgefäßen beteiligt ist, konnten in Hautkrebsmodellen wie auch in Gliomzellen eine verringerte Tumorvaskularisierung beobachtet werden.[6]-[8] Auch die Invasivität von Metastasierungen, sprich die Ausbreitungsrate des Tumors, konnte in verschiedenen Krebsmodellen verringert werden.[9]-[11]

Extrahierte Tumorzellen in Petrischale

Extrahierte Tumorzellen in Petrischale

Résumé des Abschnitts

Zusammenfassend lässt sich sagen das Cannabis eine Krebserkrankungen über mehrere Mechanismen bekämpfen könnte. Cannabis veranlasst so bei einer Krebszelle ein vorzeitiges Absterben und zum anderen reduziert es die Durchblutung und Ausbreitung des Tumors. Jedoch konnten klinische Daten bisher keine eindeutige Besserung des Tumorstatus bei Krebspatienten aufzeigen. Zwar ist die Datenlage hier relativ dünn. Jedoch lassen diese widersprüchlichen Daten trotzdem nach aktuellem Stand keinerlei medizinische Schlüsse auf eine Wirkung von Cannabis gegen Krebs beim Menschen zu. Weshalb die potentielle Wirkung von Cannabis in der Krebstherapie aktuell nur einen unterstützenden bzw. symptomlindernden Stellenwert findet.

WICHTIG!

Diese Daten sind alle an extrahierten Tumorzellen erhoben worden und spiegeln zu keinem Zeitpunkt eine reales Bild von Krebs in einem menschlichen Organismus wieder. Auf Grund der oben genannten Datenlage distanzieren wir uns von jeglichen Empfehlungen Cannabis als reines Anti-Krebs Medikament einzusetzen.

 

Entartung einer Zelle

 

 

Kann nun Cannabis Krebs heilen?

Zusammenfassung

Keine klinischen Daten belegen einen hemmenden Einfluss auf Krebs durch Cannabis!

Cannabis kann aber bei der Linderung verschiedenster Symptome einer Krebserkankung beitragen

Übelkeit/Erbrechen: Cannabis selbst ist semi-gut geeignet; Cannabinoid-Medikamente eignen sich gut bis sehr gut

Appetitanregung: Cannabis eher nicht geeignet, Cannabinoid-Medikamente zwar geeignet aber schlechter als aktuelle Standardtherapie

Schmerztherapie: Cannabis hat einen schmerzstillenden Effekt, es kann aber keine Empfehlung als Schmerztherapie gegebene werden; Cannabinoid-Medikamente erzielten aber in Kombination mit anderen Schmerzmedikamenten signifikante Besserungen

Angstlösende Wirkung/Schlaf: Es gibt Hinweise auf eine Besserung der Schlafqualität sowohl durch Cannabis als auch durch Cannabinoid-Medikamente

Bisher gibt es keine klinisch aussagekräftigen Daten die einen hemmenden Einfluss auf Tumorentstehung oder Tumorprogression bei Krebspatienten beweist. Cannabis ist somit allein nicht zur Bekämpfung von Krebs angezeigt!

Trotz allem kann eine Therapie mit Cannabis bei Tumorpatienten Sinn machen. Eine Unterstützende Therapie kann hierbei sehr wohl einen positiven Effekt für die Genesung der Patienten bewirken. Die unterstützenden Effekte von Cannabis finden Sie fortfolgend.

Cannabis bei Übelkeit und Erbrechen

Viele Patienten mit Krebs leiden häufig unter Übelkeit, Erbrechen und Unwohlsein, vor allem in Folge einer Chemotherapie. Die Chemotherapeutika selbst sind für sich gesprochen „Zellgifte“, die alle körpereigenen Zellen gezielt abtöten können. Somit werden während einer Chemotherapie auch gesunde Zellen getötet, was dem Körper im Gesamten schwächt. Primär greifen die meisten Krebsmedikamente auf sich schnell teilende Zellen an. Dies kann im gewünschten Fall der wuchernde Tumor sein im negativen Fall die sich ebenfalls schnell teilenden Darmzellen. Durch die Zerstörung dieser kommt es zu einer vermehrten Freisetzung von Serotonin was das Brechzentrum massiv aktiviert und anschließend zu Übelkeit und Erbrechen führt. [26]-[29]

Kann Cannabis hier eine Verbesserung bewirken und was kann man erwarten?

Definitiv ja. Wichtig ist jedoch in diesem Zusammenhang zwischen den Medikamenten auf Cannabisbasis, sprich den selektiven Cannabinoiden, und dem Ursprungsprodukt Cannabis zu unterschieden. Cannabis als Ursprungsprodukt selbst besitzt zwar eine leichte übelkeitshemmende Wirkung (ff. antiemetische Wirkung), jedoch reichen die Studienergebnisse nicht aus um eine Empfehlung für Krebspatienten zu geben.[12]-[16] Anders sieht es hierbei bei den Cannabinoid-Medikamenten aus. Medikamente wie Dronabinol und Nabilon scheinen eine gute Wirksamkeit gegen Chemotherapie-induziertes Erbrechen zu besitzen.  In Kombination mit anderen übelkeitshemmenden Medikamenten konnte die Wirkung sogar noch verstärkt werden.[16]-[25]

Erbrechen und Übelkeit, anatomisches Bild des Magens

Erbrechen und Übelkeit (Magen)

Cannabis zur Appetitanregung

Appetitlosigkeit, Unwohlsein und frühzeitiges Sättigungsgefühl sind nur ein paar genannte Ursachen für den oft starken Gewichtsverlust bei Krebspatienten. Für viele Patienten erschweren diese Symptome zusätzlich die Möglichkeit, sich an der sozialen Interaktion bei den Mahlzeiten zu beteiligen. Was zum einen starken Einschnitt für die allgemeine Befindlichkeit des Patienten und zum anderen eine Demotivation für die Zufuhr von Nahrungsmitteln darstellt.

Die Datenlage über die appetitanregende Wirkung von Cannabis ist mehr als bescheiden. Zwei Studien im Bezug auf Cannabis und nur vier Studien in Bezug auf Cannabinoid-Medikamente (z.B. Dronabinol). Cannabis konnte zwar eine Appetitanregung bei gesunden Individuen feststellen. Dies konnte sich jedoch bei der Studie mit Krebspatienten nicht in eine manifeste Gewichtszunahme äußern.[30]-[32] Medikamente mit Cannabinoiden konnten zwar eine Erhöhung des Gesamtgewichts erzielen. Schnitten allerdings schlechter als das gängig verwendete Medikament „Megestrolacetat“ ab. Darüber hinaus bot die Kombinationstherapie keinen zusätzlichen Nutzen, der über den von Megestrolacetat allein hinausging. Somit besteht zwar möglichweise ein kleiner Nutzen für den Einsatz von Cannabinoiden zur Gewichtszunahme bei Krebspatienten, allerdings sind die Standardmedikamente in diesem Fall den Cannabinoiden klar überlegen .[33]-[36] Da die Studienlagen, wie oben ebschrieben, eher dürftig ist sollten mehr klinische Studien in diesem Bereich durchgeführt werden. Damit diese Aussage bekräftigt oder widerlegt werden kann.

Cannabis als Schmerztherapie

Schmerzen bei Krebs sind eine weit gefürchtete Folge, die vor allem im späteren Verlauf der Krankheit auftritt. Krebsschmerzen entstehen vor allem durch verursachte Entzündungen, Infiltrierung in Knochen oder andere schmerzempfindliche Strukturen oder auch Verletzung der Nerven selbst. Wenn Krebsschmerzen schwer und anhaltend sind können sie sogar teilweise resistent gegen die Behandlung mit Opioiden werden. Cannabis und Cannabinoide stellen hier eine durchaus ernstzunehmende Ergänzung für die Schmerztherapie eines Krebspatienten dar.[37] 

Prinzipiell lässt sich sagen das CB1-Rezeptoren im zentralen und peripheren Nervensystem zu finden sind. CB2-Rezeptoren jedoch nur im peripheren Nervensystem. Dies bedeutet letztendlich, das abhängig von dem jeweiligen Rezeptor eine zentrale Schmerzlinderung oder nur eine rein periphere Schmerzlinderung zu erreichen ist.[38]-[40]

Darstellung der Amygdala (Zuständig für das Hungergefühl)

Darstellung der Amygdala (Zuständig für das Hungergefühl)

Können nun Cannabinoide bzw. Cannabis eine Schmerzlinderung bei Krebspatienten erzielen?

Auch hier ist die Antwort ja. Jedoch ist zu beachten, dass eine ideale Schmerztherapie nicht nur durch ein Medikament bewerkstelligt werden kann und sollte. Idealerweise ergänzen Cannabinoide hier andere Schmerzmedikamente die ebenfalls seit Jahrzehnten erprobt sind. Cannabinoide (THC/CBD-Mischung) sind hier bereits durch einige klinische Studien erprobt worden und erzielten in Kombination mit Opioiden eine signifikante Besserung der Schmerzsymptomatik.[41]-[45] Außerdem konnte eine bessere Bewältigung von Schmerz und Angst festgestellt werden.[46]Die Daten zur Cannabispflanze selbst sind hierbei wieder sehr überschaubar. Aber auch sie liefern Hinweise auf einen potentiellen schmerzlindernden Effekt von Cannabis. Auch in Kombination mit Morphin (Opiat) sind diese hervorzuheben.[47]-[52]

Zwar sind die Daten in diesem Bereich vielversprechend, trotz allem aber noch nicht ausreichend. Weitere Studien sowohl im Bereich der Forschung mit einzelnen Cannabinoiden als auch mit Cannabis sind deshalb notwendig.

Angstlösende Wirkung und Schlaf

Schlaf ist ein zentraler Faktor unserer Gesundheit. Gerade bei erkrankten Menschen stellt Schlaf daher ein Fundament der Genesung dar. Krebspatienten sind davon nicht ausgenommen, im Gegenteil die zusätzliche Belastung in Form der Chemotherapie erfordert in der Regel noch mehr Schlaf. Leider haben viele Tumorpatienten oft mit dauerhafter Müdigkeit und Erschöpfung zu kämpfen. Doch die Qualität des Schlafes ist durch Schmerzen, Atemnot, Angst oder andere Symptome ebenfalls beeinträchtigt. Cannabis und Cannabinoide (Dronabinol) konnten hier in mehreren kleinen Studien eine Verbesserung der Schlafqualität und eine vermehrte angstlösende Wirkung aufzeigen.[35][41][53][54]  In einer kanadischen Studie hatten Cannabiskonsumenten signifikant niedrigere Werte bei Depression/Angst, täglicher Müdigkeit und ein besseres allgemeines Wohlbefinden.[53] Alles in allem stellt dies zwar einen Hinweis auf einen weiteren positiven Effekt von Cannabis auf Krebspatienten dar. Letztendlich waren die Studiengrößen aber immer sehr überschaubar. Deswegen lassen sich auch hier keine Verallgemeinerungen oder Résumés aus den gewonnenen Daten ableiten. Weitere Forschungsdaten sind wünschenswert.

Schlafender Patient nach Cannabis Konsum, Cannabis Krebs

 

Schlafender Patient nach Cannabis-Therapie

Cannabis Krebs Risiko?

Zusammenfassung

Es lässt sich aktuell kein direkter Zusammenhang zwischen Cannabis und einem erhöhtem Kresbrisiko ausmachen

Eine Ausnahme besteht hier eventuell bei Hodenkrebs

Weitere Studien sind insgesamt notwendig, um das Risiko genauer einschätzen zu können

Besteht wirklich ein direktes Risiko zwischen Cannabis und Krebs? Die Datenlage zum Risiko einer Krebserkrankung durch Cannabiskonsum lässt leider nur sehr ungenaue Schlüsse zu.

Hoden des Mannes, anatomische Zeichnung, Cannabis Krebs

Hoden des Mannes

Unschlüssige Ergebnisse

Verschiedene Studien kommen hierbei zu einem zum Teil konträren Ergebnis. In manchen konnte ein verstärktes Auftreten von Tumoren beobachtet werden.[55][56] In den meisten Fällen ging es hier jedoch um die Folgen des Rauchens von Cannabis. Andere Applikationswege, wie orale Aufnahme oder auch verdampfen durch einen Vaporizer wurden hier nicht erprobt. An sich scheint Cannabisrauch bei Verbrennungsreaktionen ähnliche krebserregende Stoffe zu besitzen, wie Tabakrauch. Durch Cannabisrauch konnten zwar Schädigungen festgestellt werden, jedoch in einer insgesamt geringeren Ausprägung wie bei Tabakrauch. Mehr zu den Folgen von Cannabisrauch findest du im Artikel „Schadet Cannbis der Lunge?“. Die schmale Datenlage liefert nicht eindeutige und zum Teil gegensätzliche Aussagen. Somit lässt sich kein direkter robuster Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Cannabis und Krebsarten verschiedensten Ursprungs ausmachen.[57]-[61] Eine mögliche Ausnahme besteht hier beim Konsum von Cannabis und Hodenkrebs (d.h. Hodenkeimzelltumoren). Hier scheint es ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Hodenkrebs zu geben.[62]-[66] Jedoch scheint dies mit einem starken Konsum einherzugehen. Die wissenschaftliche Stärke dieser Aussage ist jedoch noch nicht gefestigt genug, um von einer gesichtern Information zu sprechen. Weitere Froschungsdaten sind unabdingbar, um diese wirklich  bestätigen oder widerlegen zu können.

Cannabis Rezept bei Krebs – Was muss ich beachten?

Zusammenfassung

Cannabis darf nur eingesetzt werden, wenn die Standardtherapie fehlschlägt

Meinung der Redaktion: Eine eskalative Strategie, d.h. ein früheres Einsetzen von Cannabis scheint sinnvoll, da weniger Medikamente verwendert werden müssten

Cannabis Rezepte können normal beim Haus- bzw. Facharzt verschrieben werden

 

Zwar ist seit 2017 die Abgabe von medizinischen Cannabisblüten bzw. Medikamenten auf Basis von Cannabis durch Ärzte erlaubt. Jedoch müssen hier laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung „schwerwiegende“ Krankheiten vorliegen. Was eine schwerwiegende Krankheit genau definiert wird allerdings im Gesetz nicht näher erläutert.[67]

Wann kann ein Cannabis Rezept verschrieben werden?

Der Anspruch auf Versorgung mit Cannabis gilt nur, wenn

1. eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung

– nicht zur Verfügung steht oder

– im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung des Arztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes des Patienten nicht angewendet werden kann,

2. eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder

auf schwerwiegende Symptome besteht.[67]

Problematik

Das bedeutet das Cannabis primär nur eingesetzt werden darf, wenn die Standardtherapie fehlschlägt.

Meinung der Redaktion

Dies widerspricht jedoch in vielerlei Hinsicht dem Nutzen der Pflanze. Der große Vorteil von Cannabis ist das Wirkspektrum. Das bedeutet viele verschiedene Krankheitssymptome können auf einmal behandelt werden. Im Gegensatz dazu steht eine breite Palette an Medikamenten für jedes einzelne Symptom einzusetzen. Dies birgt jedoch Gefahren von vermehrten Wechselwirkungen und Nebenwirkungen durch die eingesetzten Medikamente.

Zu Verdeutlichung hier ein Beispiel. Ein Standard Krebspatient erhält neben seiner Chemotherapie ein Mittel gegen Übelkeit, ein Mittel für Appetit, ein Schlafmittel und ein Schmerzmittel. Nun haben wir allein vier Medikamente neben den Chemotherapeutika, die alle unterschiedlichste Wirkmechanismen und demnach auch unterschiedliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Von den Wechselwirkungen untereinander mal abgesehen.

Ärztin ihres Vertrauen, Zeichnung einer Ärztin

Ärztin ihres Vertrauens

Kombinationstherapie sinnvoll?

Dies soll nicht bedeuten das Cannabis hier in allen lagen Überlegen ist. Im speziellen sind oft die Standardmedikamente in ihrer Wirksamkeit dem Cannabispräparat überlegen. Jedoch kann durch das große Wirkspektrum die Menge an benötigtem Standardmedikament und damit die Nebenwirkungen gesenkt werden. Es kann auch sein das in manchen Bereichen, die Cannabistherapie ausreicht und keine weitere Gabe von Medikamenten notwendig wird. Da jeder Mensch verschieden auf die Tumorerkrankung und die Chemotherapie reagiert ist eine eskalative Strategie, d.h. eine Strategie bei der bei Bedarf immer stärkere Medikamente verwendet werden, sinnvoll. Warum dies nun bei Cannabismedikamenten nicht der Fall ist erschließt sich uns nicht.

Wo kann ich ein Cannabis Rezept erhalten?

Prinzipiell kann jeder Haus- bzw. Facharzt in Deutschland mit Ausnahme von Zahn- und Veterinärärzten Cannabis als Medikament verschreiben.  Das Problem ist jedoch das viele Ärzte keine große Erfahrung mit Cannabismedikamenten vorzuweisen haben. Außerdem sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Cannabis nicht ideal. Diese beiden Faktoren beeinflussen sich gegenseitig negativ. Wir empfehlen daher primär mit dem Haus- bzw. Facharzt ihrer Wahl in Kontakt zu treten. Falls dies zu keinem Ergebnis führt gibt es verschiedene Ärzte in Deutschland, die sich auf den medizinischen Einsatz von Cannabis spezialisiert haben.

Verfasser des Artikels:

Simon Schmucker, Medizinstudent der Medizinischen Universität Wien, Last Updated 01.02.2021

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Literaturverzeichnis
Grafiken
Referenzen 1-5

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