Die Cannabis Wirkung und das Endocannabinoid-System

Die Cannabis Wirkung wird durch zahlreiche bioaktive Stoffe in der Pflanze hervorgerufen. Sind diese Stoffe im Blut, so werden sie durch das Herz-Kreislaufsystem gepumpt und finden dadurch ihren Weg zu den verschiedenen Organen. Schließlich interagieren sie mit natürlichen Rezeptoren und ihre Wirkung macht sich in Kopf und Körper bemerkbar. In der Hanfpflanze wurden bisher 85 sogenannte „Cannabinoide“ entdeckt, die maßgeblich für die Wirkung von Cannabis sind. Unter die Cannabinoide fallen die beiden bekanntesten Wirkstoffe THC und CBD. Während THC vor allem wegen seiner psychoaktiven Eigenschaft beliebt ist, findet CBD verstärkt Anwendung in der Medizin.

Außerdem enthält Cannabis über 140 verschiedene Geruchs- und Geschmacksaromen. Diese gehören zu einer komplexen Familie und befinden sich in den ätherischen Ölen der Pflanze wieder. Während die „Terpene“ den größten Anteil bilden, sind in geringer Anzahl auch Terpenoide und Flavanoide enthalten. Jede Cannabissorte besitzt ihre eigene Zusammensetzung und daraus bildet sich eine große Vielfalt an Gerüchen.
Dabei prägen die Terpene nicht nur den Geschmack und den Geruch, sondern haben nachweislich auch eine Wirkung auf den menschlichen Körper. Besonders in Verbindung mit Cannabinoiden, verstärkt sich deren Wirkung enorm. Terpene und Cannabinoide wirken in Synergie, verstärken sich also gegenseitig in ihrer Wirkung.

 

Verantwortliche Wirkstoffe der Cannabis Wirkung


THC – Die psychoaktive Cannabis Wirkung

Cannabis Wirkung durch den Wirkstoff THC

Die psychotrope Cannabis Wirkung – Strukturformel von Tetrahydrocannabinol

 

Tetrahydrocannabinol -eigentlich Delta-9-Tetrahydrocannabinol- ist zuständig für den psychotropen Effekt von Cannabis. Bindungsstellen für dieses Cannabinoid wurden vor allem im Gehirn gefunden. Das erklärt auch die besonders starke Wirkung auf das Bewusstsein. THC verändert aber nicht nur das Bewusstsein, sondern ist auch bekannt für seine appetitanregende Eigenschaft. Im Gehirn werden Rezeptoren durch THC aktiviert, was den Ausstoß von Ghrelin zufolge hat. Dieses Hormon kontrolliert das Hunger-empfinden beim Menschen.

Seit 1980 hat sich die Konzentration von Tetrahydrocannabinol durch gezielte Züchtung deutlich erhöht. Während qualitativ hochwertiges Marihuana Werte von 12-25% aufweisen kann, wurde unkontrolliertes Marihuana im Durchschnitt mit 7-9% THC getestet. Beim Menschen wird eine Psychoaktivität durch THC hervorgerufen, wenn die Dosierung etwa 0,01 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht beträgt.

 

CBD – Die entspannende Cannabis Wirkung

Das CBD der Cannabis Wirkung

Die entspannende Cannabis Wirkung – Strukturformel von Cannabidiol

 

 

Cannabidiol ist mit einem Wert von 1-4%, das am zweithöchsten konzentrierte Cannabinoid in der Hanfpflanze nach THC. Es wirkt nicht psychoaktiv und schwächt sogar die Wirkung von THC, indem es Rezeptoren blockiert. Damit ist auch der Besitz zum Eigenbedarf in Deutschland erlaubt, obgleich es seit Ende 2016 auch dem Arzneimittelgesetz unterliegt.
Bei Forschungen an CBD wurde herausgefunden, dass es vor allem bei der Anwendung gegen Entzündungen positive Ergebnisse zeigt. Daneben ist es ein wahrer Schmerzkiller für Nerven und Muskeln. Außerdem hat es einen positiven Einfluss entgegen Muskelkrämpfen, Übelkeit und Angst. Allgemein kann ein gewisses „High“ im Sinne von einer beruhigenden Wirkung auf den ganzen Körper wahrgenommen werden.

 

Weitere Wirkstoffe in Cannabis

Die Konzentration und Zusammensetzung der Wirkstoffe von Cannabis sind individuell. Somit entfaltet jede Sorte seine eigene Wirkung und seinen eigenen Geschmack. Neben THC und CBD besitzt Cannabis weitere Cannabinoide. Diese liegen in deutlich geringeren Mengen vor, haben aber ebenfalls eine Wirkung auf den menschlichen Körper. Die Forschung um diese weiteren bioaktiven Stoffe ist jedoch noch nicht ausgereift. Neben Cannabinol (CBN) sind CBT, CBND, CBG, CBC, CBL und CBE weiter nennenswerte Cannabinoide.

Die Wirkung von Cannabis gegen Krebs

Kann die Cannabis Wirkung Krebs heilen

Die Cannabis Wirkung – Ein Medikament für verschiedene Krankheiten

Die Cannabis Wirkung hilft bei der Bekämpfung von Krebs, da CBD und THC die Entwicklung von Krebszellen hemmen. Dies ist noch nicht allzu lang bekannt, hier könnten allerdings weitere Forschungen einen Durchbruch in der Medizin bringen. Zwar sind andere chemische Medikamente in dieser Hinsicht stärker wirksam, doch betrachtet man die vergleichsweise niedrigen Nebenwirkungen von Cannabis, so zeigt sich das große Potential der Pflanze.

Cannabis hat sich ebenfalls sehr hilfreich erwiesen beim Einsatz in der Chemo-Therapie. Patienten, die sich der starken Bestrahlung aussetzen um Krebs zu heilen, leiden oft an Übelkeit und Erbrechen. Hier soll Cannabis helfen der Übelkeit entgegen zu wirken und das Erbrechen zu verhindern. Obwohl herkömmliche sogenannte Antiemetika zahlreiche Nebenwirkungen besitzen, sind Ärzte dazu verordnet, Cannabis nur als letzte Instanz zu verschreiben.

 

 

Das Endocannabinoid-System des Menschen


Das menschliche Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System des Menschen wurde durch die Erforschung von Cannabis entdeckt

Dem menschlichen Körper sind die pflanzlichen Cannabinoide, die Phytocannabinoide, nicht fremd, da er selbst ähnliche Botenstoffe produziert. Diese werden Endocannabinoide genannt und sind für die Regulierung von gängigen Körperfunktionen, wie dem Appetit, der Stimmung, dem Schlaf oder auch dem Schmerzempfinden, zuständig. Dadurch, dass der Mensch eigene Cannabinoide herstellt, muss er diese auch verarbeiten können. Dafür sind im ganzen Körper zugehörige Rezeptoren verteilt.

Die beiden Bekanntesten sind der Cannabinoid Rezeptor Typ 1 (CB1) und der Cannabinoid Rezeptor Typ 2 (CB2). Es existieren noch weitere Rezeptoren mit geringerer Effizienz, wobei alle bereits genannten, nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip funktionieren. Sie koppeln an G-Proteine und folglich entsteht eine natürliche Kettenreaktion. In der Gesamtheit spricht man auch von dem Endocannabinoid-System, dass erst durch die Erforschung der Wirkung von Cannabis entdeckt wurde. Nicht nur der Mensch besitzt diese Rezeptoren, sondern auch andere Säugetiere, Fische, Vögel und sogar Reptilien.

Wo wirkt THC? – Cannabis Wirkung

Das THC wirkt auf den bekannten Cannabinoidrezeptor CB1. Dieser befindet sich überwiegend im zentralen Nervensystem und führt in Verbindung mit THC zu einer Bewusstseinsveränderung. Trotz alledem wurden Typ 1 Rezeptoren auch in geringem Maße im Magen-Darm-Trakt, den Schilddrüsen, den Nebennierendrüsen und den Fortpflanzungsorganen nachgewiesen.

Wo wirkt CBD? – Cannabis Wirkung

Das Cannabidiol wirkt in erster Linie auf die CB2 Rezeptoren. Diese sind überwiegend auf den Zellen des Immunsystems verbreitet, aber auch in geringen Mengen im Gehirn. Durch Aktivierung dieser Bindungsstellen, treten regulative Reaktionen des Immunsystems ein, welche helfen Entzündungen und damit zusammenhängende Krankheiten zu mindern. Die Auswirkungen hängen zusammen mit bestimmten Immunzellen im Kopf, den sogenannten Gliazellen.

Toleranz gegen die Cannabis Wirkung

Bei einer Untersuchung von Marihuana und der Gewöhnung an THC und CBD zeigte sich, dass der kontrollierte Konsum von zwei Mal pro Monat kaum Auswirkungen in Form einer Toleranz aufweist. Die regelmäßige Einnahme von Marihuana bringt jedoch eine Gewöhnung an Cannabinoide mit sich. Dabei unterscheiden sich die Auswirkungen auf die beiden Rezeptoren CB1 und CB2.
Während der Einfluss auf die CB2 Rezeptoren vernachlässigbar gering ist, baut sich bei langfristiger und häufiger Überstimulierung der CB1 Rezeptoren eine Toleranz auf.

Dass bedeutet in Klartext:
Die Psychoaktive Wirkung von THC lässt bei regelmäßiger Nutzung nach. CBD hingegen wirkt verstärkt auf den Rezeptor Typ 2 und hier tritt kaum ein Gewöhnungseffekt auf. Dadurch ergibt sich ein hoher therapeutischer Nutzen von CBD aus der Hanfpflanze, weil die Dosierung auf lange Zeit gleich bleiben kann.

 

Die Cannabis Wirkung verstärken und stoppen


Cannabis – Die Wirkung stoppen

CBD gegen die Cannabis Wirkung

Cannabidiol wirkt entgegen seinem psychotropen Bruder, dem THC

Der psychotrope Effekt von Cannabis kann bei einer Überdosierung schnell zu Unwohlbefinden, Angst oder selten zu Psychosen führen. Die Wirkung in kurzer Zeit zu stoppen ist noch nicht möglich. Zuckerhaltige Lebensmittel scheinen aber eine starke Wirkung von Cannabis zu mindern.
CBD hingegen besitzt die Fähigkeit, die CB1 Rezeptoren an denen THC angreift zu blockieren. Vorbeugend kann CBD also die psychotrope Wirkung von THC unterbinden und die Gefahr einer negativen Erfahrung minimieren.




Terpene verstärken die Wirkung von Cannabis

Neben Flavonoiden sind Terpene ein Bestandteil von ätherischen Ölen und helfen der Cannabispflanze Schädlinge abzuwehren oder nützliche Insekten anzulocken. Diese umfangreiche Klasse bildet bei Cannabis zum einen den Geruch und den Geschmack, aber was weitaus weniger bekannt ist, dass diese Verbindungen zum anderen ebenfalls eine Wirkung auf den Körper und die Stimmung besitzen.

Diese ist bei manchen Terpenen sogar nachweislich psychoaktiv und kann den Ausstoß verschiedener Neurotransmitter, wie z.B. Dopamin und Serotonin, beeinflussen. Weitere bekannte Wirkungen sind eine Verbesserung der Gehirnleistung, ein schmerz-, pilz- und entzündungshemmender Effekt, ein antibakterieller Effekt, und der Schutz vor Krebszellen.
In Verbindung mit Cannabinoiden, wird Terpenen eine gegenseitige Verstärkung nachgesagt, da sie beispielsweise die Durchlässigkeit von THC zum Gehirn beeinflussen können. Einige nennenswerte Pflanzenstoffe sind Myrcen, Limonen, Pinen, Caryophyllen und Linalool.

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